Jede gute Geschichte hat einen Helden

Keine Story ohne überzeugende Figuren

Helden sind Identifikationsfiguren für das Publikum und Dreh- und Angelpunkt der Handlung jeder erfolgreichen Geschichte. Deshalb sollte man auf gar keinen Fall auf einen Protagonisten verzichten. Da Figuren generell mehr Identifikationspotenzial bieten als Marken und deren Versprechen, kann man sie auch nutzen, um eine Marke in Form einer Figur greifbarer zu machen.

Zum Helden und weiteren Figuren gibt es gleich drei Tools: die Arten von Figuren, die Archetypen-Karten und die Impulsfragen zur Figuren.

einer, zwei, drei oder doch alLe vier?

Verschiedene Arten von Figuren machen eine Geschichte lebendig. Neben dem Protagonisten, der in jeder Geschichte zu finden sein sollte, können außerdem Antagonist, Helfer und Mentor ihren Platz finden.

Arten von Figuren in der Kreation

Da die Figuren und ihre Konstellation zueinander erst relevant sind, sobald eine Geschichte erzählt wird, ist dieses Tool tendenziell für die Kreation von Nutzen.

Welche Figuren brauche ich für meine Geschichte?

Dieses Tool sollte am Besten erst dann genutzt werden, wenn zuvor ein oder mehrere mögliche Konflikte für eine Geschichte gefunden wurden, also bereits Ansätze einer zu erzählenden Handlung vorhanden sind.

Die Karten zu den Arten von Figuren werden ausgelegt und gelesen. Dann wird entschieden, welche Figuren für die Geschichte nötig sind und welche Figur die Marke und welche die Kunden/Zielgruppe repräsentiert. Diese Karten werden für den weiteren Spielverlauf genutzt, indem die passenden Archetypen-Karten angelegt und die Impulsfragen zu Figuren eingesetzt werden, um spannende Charaktere zu entwickeln. Sollte man im weiteren Verlauf bemerken, dass für die Geschichte noch eine Figur nötig ist, kann jederzeit nachträglich eine weitere Figurenart ausgesucht und genutzt werden.

Typisch archetypisch

Wusstest du, dass die Arbeit mit Archetypen das Geschichtenschreiben ungemein erleichtert? Archetypen, das sind Urformen von Charakteren und deren Handlungsmustern, die im sogenannten kollektiven Unbewussten verankert sind. Durch zahlreiche Geschichten haben wir diese Urformen verinnerlicht – und können Figuren, die auf ihrer Grundlage entwickelt wurden, viel schneller erfassen und einschätzen.

Archetypen in Strategie und Kreation

Die Archetypen-Karten können in der Strategie genutzt werden, um die Persönlichkeit einer Marke zu erfassen und dementsprechend zu kommunizieren. Wenn eine Marke als eine Person betrachtet werden kann, lässt sich daraus ihr Handeln intern wie extern ableiten. Soll eine Geschichte z.B. im Rahmen eines Werbefilms erzählt werden, bieten Archetypen eine Basis für die Entwicklung von Figuren, deren Charakter das Publikum zum Verständnis der Geschichte schnell grob einordnen kann.

Welcher Archetyp passt zu mir?

Um die Persönlichkeit einer Marke in einem Archetypen greifbar zu machen, werden die Archetypen-Karten ausgelegt und gelesen. Dann wird eine engere Auswahl getroffen, mit welchem Archetyp sich die Marke identifizieren kann. Am Ende sollte die Auswahl auf einen Haupt-Archetypen und gegebenenfalls auf einen zweiten, dessen Eigenschaften jedoch weniger ausgeprägt sind (den Aszendenten) reduziert werden.

Sollen die Archetypen in der Kreation genutzt werden, ist die Vorgehensweise dieselbe. Allerdings sollte hierbei zuvor das Tool ›Arten von Figuren‹ genutzt werden, um herauszufinden, welche Figuren für die Geschichte benötigt werden. Hilfreich ist es auch, zuvor bereits die Marke mithilfe eines Archetypen charakterisiert zu haben, der in der Geschichte als Protagonist oder Mentor auftritt. Die Informationen, welche Zielgruppe der Archetyp anspricht, ist besonders für den Protagonisten wichtig, für den Antagonisten zu vernachlässigen. Auf den Archetypen-Karten ist zudem farblich markiert, ob der Archetyp gut als Protagonist ( ), Helfer ( ), Antagonist ( ) oder Mentor ( ) geeignet ist. Geschichtenerzähler mit etwas mehr Übung können aber auch interessante Figuren finden, indem sie die Rollen bewusst entgegen dieser Empfehlung zuordnen.

Kennst du deine Figuren wirklich?

Da die Archetypen zwar gute Grundlagen für Figuren geben, aber noch keine alleinstehenden Figuren sind, können die Impulsfragen-Karten helfen, die Geschichte und den Charakter einer Figur zu erschaffen.

Impulsfragen zu Figuren in Strategie und Kreation

Die Impulsfragen können in Strategie und Kreation gleichermaßen genutzt werden, um den Charakter einer Figur beziehungsweise eine Markenpersönlichkeit auf Basis eines Archetypen noch weiter zu entwickeln

Wie lerne ich meine Figuren besser kennen?

Vor der Nutzung der Impulsfragen zu Figuren sollte ein Archetyp als Basis bestimmt werden.

Dieses Tool wird von 2 Personen aktiv genutzt, einem Spielleiter und einem Spieler. Der Spieler nimmt die Rolle der Figur ein, er muss also mit den bereits vorhandenen Parametern der Geschichte und vor allem seinem Archetypen vertraut sein. Er zieht Karten aus dem Stapel für Impulsfragen zu Figuren. Der Spielleiter stellt die Frage und der Spieler muss sie aus Sicht der Figur beantworten. Schauspielerische Einlagen in der Rolle der Figur sind dabei ausdrücklich erwünscht! Kann eine Frage noch nicht beantwortet werden, weil sich der Spieler in bestimmten Bereichen noch zu unklar über seine Figur ist, kann die Karte zurückgegeben und später noch einmal beantwortet werden. Das Spiel hat kein klar definiertes Ziel. Wichtig ist, dass der Spieler am Ende das Gefühl hat, seine Figur und ihr Handeln gut einschätzen zu können und auch der Spielleiter bestätigen kann, dass sich ein nachvollziehbares Bild von der Figur ergeben hat. Das Spiel kann daher auch pausiert und an einem anderen Tag wieder aufgenommen werden.